Albanien
Die Briefmarkengeschichte Albaniens ist eng mit der wechselvollen politischen Entwicklung des Landes verbunden. Bis zur Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich im Jahr 1912 wurden auf albanischem Gebiet überwiegend osmanische Briefmarken verwendet. Die ersten eigenen albanischen Postwertzeichen erschienen 1913 unter der provisorischen Regierung von Ismail Qemali. Zu den frühen Ausgaben gehören provisorische Marken und Überdrucke, häufig mit dem albanischen Doppeladler und der Landesbezeichnung „Shqipënia“.
Die politisch unruhigen folgenden Jahrzehnte führten zu einer besonders abwechslungsreichen Philatelie. Verschiedene Regierungen und Verwaltungen gaben eigene Marken heraus. Während des Zweiten Weltkriegs entstanden zudem Ausgaben unter italienischer und später deutscher Besatzung.
Nach der kommunistischen Machtübernahme 1944/46 veränderte sich auch die Gestaltung der Briefmarken. Häufig erschienen Motive aus Politik, Industrie, Landwirtschaft, Kultur, Sport und Geschichte. Daneben wurden zahlreiche thematische Serien herausgegeben, die auch für internationale Sammler bestimmt waren.
Nach dem Ende des kommunistischen Systems 1991 wurden die Motive vielfältiger und moderner. Albanische Briefmarken dokumentieren damit mehr als ein Jahrhundert Landesgeschichte. Besonders die frühen Ausgaben von 1913, seltene Überdrucke, Besatzungsausgaben und historische Briefe bilden heute interessante Spezialgebiete für Philatelisten.
