Schweiz
Die Schweiz gehört zu den traditionsreichsten Briefmarkenländern der Welt. Bereits 1843 gab der Kanton Zürich mit der „Zürich 4“ und „Zürich 6“ eigene Briefmarken heraus. Damit zählt die Schweiz zu den ersten Ländern überhaupt, die Briefmarken verwendeten. Eine weitere berühmte frühe Ausgabe ist die „Basler Taube“ von 1845, die durch ihren mehrfarbigen Prägedruck zu den Klassikern der Philatelie gehört.
Nach der Gründung des Schweizer Bundesstaates 1848 wurde das Postwesen vereinheitlicht. Ab 1850 erschienen mit den Ortspost-, Poste-Locale- und Rayon-Marken die ersten eidgenössischen Ausgaben. Ab 1854 wurde die Helvetia, die weibliche Symbolfigur der Schweiz, zu einem der wichtigsten Briefmarkenmotive. Die Bezeichnung „Helvetia“ wird bis heute verwendet und vermeidet die Bevorzugung einer der vier Landessprachen.
Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Dauer-, Sonder-, Flugpost- und Wohltätigkeitsmarken. Besonders bekannt sind die seit 1912 erscheinenden Pro-Juventute-Marken und die seit 1938 herausgegebenen Pro-Patria-Marken, deren Zuschläge gemeinnützigen Zwecken dienen.
Die Motive Schweizer Briefmarken spiegeln die Vielfalt des Landes wider: Landschaften, Berge, Tiere, Kunst, Architektur, Persönlichkeiten, Brauchtum und historische Ereignisse. Aufgrund ihrer langen Geschichte, hohen Druckqualität und abwechslungsreichen Gestaltung sind Schweizer Briefmarken ein international beliebtes Sammelgebiet.
