Liechtenstein
Die Briefmarkengeschichte des Fürstentums Liechtenstein ist eng mit Österreich und später mit der Schweiz verbunden. Die ersten eigenen liechtensteinischen Briefmarken erschienen 1912. Sie zeigten Fürst Johann II. und wurden in den Wertstufen 5, 10 und 25 Heller ausgegeben. Gestaltet wurden sie vom bekannten Jugendstilkünstler Koloman Moser, während Ferdinand Schirnböck den Stich ausführte. Schon diese ersten Ausgaben fanden bei Sammlern große Beachtung.
Nach dem Ersten Weltkrieg orientierte sich Liechtenstein stärker an der Schweiz. Ein 1920 geschlossener Postvertrag trat 1921 in Kraft; anschließend erschienen liechtensteinische Briefmarken mit Wertangaben in Schweizer Franken und Rappen. Trotz der engen postalischen Verbindung zur Schweiz behielt Liechtenstein das Recht, eigene Marken herauszugeben.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die Briefmarken zu einem wichtigen kulturellen Aushängeschild des kleinen Fürstentums. Typische Motive sind das Fürstenhaus, Landschaften, Kunstwerke, historische Ereignisse, Tiere, Pflanzen und religiöse Themen. Besonders geschätzt werden die Marken wegen ihrer hohen künstlerischen Qualität und aufwendigen Drucktechniken. Liechtenstein experimentiert zudem mit ungewöhnlichen Herstellungsverfahren – 2019 erschien beispielsweise eine gestickte Briefmarke.
Heute zählen Liechtensteins Briefmarken zu den international bekannten europäischen Sammelgebieten und dokumentieren zugleich die Geschichte und Kultur des Fürstentums.
